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"Krieg ist ein organisierter, mit Waffengewalt ausgetragener Machtkonflikt zwischen Bevölkerungsgruppen, innerhalb eines Staates zur gewaltsamen Durchsetzung

  • politischer,
  • wirtschaftlicher,
  • ideologischer oder
  • militärischer Interessen."[1]

"Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel." – Carl von Clausewitz[2]

Konfliktursachen

  • Zerfall von Staaten
  • Ethnisierung von Konflikten
  • Privatisierung militärischer Gewalt
  • Fundamentalismus

Weitere Ursachen nennt die Wikipedia

Moderne Kriege

Moderne Kriege zeichen sich vor allem durch Verstaatlichung (Staat als Kriegsherr), Massenhaftigkeit (Wehrpflicht, Mobilsierung), Technisierung (Massenvernichtungswaffen, Automatisierung) und Entgrenzung (weitaus höhre Zahl ziviler Opfer, Wasser-/Luft-/Landkrieg) aus.[3]

Folgende Kriegsarten zählen zu den modernen Kriegen:

  • Staatenkrieg
  • Antikolonialer Befreiungskrieg
  • Guerillakrieg (Partisanenkrieg)
  • Bürgerkrieg (Regierung gegen ethnisiche/reliögse Minderheit)
  • Sezssionskrieg (Unabhängikeitskrieg)
  • Allianzkrieg im UN-Auftrag
  • Badnenkrieg (deregulierter Krieg)

Kriege neuer Art und deregulierte Kriege

Kriege neuer Art zeichnen sich durch

  • Regionalisierung
  • Internationalisierung
  • Entstaatlichung

aus.

Definition nach Marry Kaldor:

"Die neuen Kriege sind globalisierte Kriege. Sie gehen mit der Fragmentierung und Dezentralisierung eines Staates einher. Bedingt durch die mangelnde Besoldung und wie durch fehlende Legitimität der Kriegsparteien, nimmt nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung direkt oder indirekt an den Kriegshandlungen teil. Aufgrund der schwachen Inlandsproduktion sind die Kriegsparteien auf Plünderungen im Inneren und Unterstützung von außen angewiesen. Zu Schlachte kommt es selten, die Gewalt richtet sich hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung und Kooperationen zwischen verfeindeten Gruppen sind üblich."[4]

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler hat die Kriege neuer Art auch als deregulierte Kriege bezeichnet.

Deregulierte Kriege sind innerstaatliche Kriege die außerhalb völkerrechtlicher Regel hereinbrechen.

Kennzeichen deregulierte Kriege sind:

  • Kriegsführung außerhalb aller Regeln und Normen
  • Folge von Staats- bzw. Gesellschaftsverfall, der dadurch eine Beschleunigung erfährt (failed states)
  • Massaker und Plünderung der Zivilibevölkerung ist Teil der Kriegsführung
  • Partisanentaktik gegen reguläre Streitkräfte
  • Raub- und Gewaltökonomie, Drogenhandel finanziert den Krieg
  • Krieg ohne politischen oder ideologischen Hintergrund
  • Krieg ohne Friedensforderung
  • Ziel: Erhalt der Gewaltherrschaft

Regionalisierung und Internationalisierung

Regionalisierte Kriege gelten als die häufigste Konflitkform.

Zahlreich Konflikte greifen auf Nachbarstaaten über genauso wie substaatliche Akteure aus Nachbarstaaten in sie hineinwirken. Dies wird als spill over-Effekt bezeichnet.

"Als »humanitäre«, präventive oder präemptive Intervention angelegt, zudem zunehmend als »zivil-militärische Kooperation« deklariert, bleibt militärische Gewalt ein dominanter Faktor der internationalen Politik."[5]

Entstaatlichung

Kriege werden immer häufiger aus ökonomischen Erwägungen heraus geführt, die mit einer Entstaatlichung einher geht.

Warlords kontrollieren einzelne Gebiete und verfolgen Profit- und Machtinteressen, die nicht selten der Bewahrung von Kriegsökonomien dient.

Die staatlichen Sicherheitskräfte sind im hohen Maße anfällig für Korruption.

Die Gewalt richtet sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung.

Der Prozess der Entstaatlichung kann sich in folgenden Auswirkungen zeigen:

  • Zurücknahme der Zivilisation (Kindersoldaten, Krieg wird zur Lebensform)
  • Entstehung von Kriegsökonomien (Waffen- und Drogenhandel, Enpressung und Entfürungen, Söldneragenturen)
  • Transformation von Gewalt (Kriegsgewalt geht in organisierte Gewaltkriminalität über)

Gegenüberstellung

klassische Kriege neue Kriege
Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln innerstaatliche Gewaltanwendung ohne Kriegserklärung
Primat der Politik: Kontrolle durch legitimierte Entscheidungsträger Primat der Gruppeninteressen: Destabilisierung der politischen Kontrolle (failed states)
militärische Großverbände, ohne Beteiligung der Zivilbevölkerung bewaffnete Volksgruppen, Guerillas, Privatarmeen, Banden, Kindersoldaten. Übergriffe auf die Zivilbevölkerung.
Schlachtfeld Hinterland
symmetrisch asymmetrisch
Kriegende: Friedensschluss oder Kapitulation endloser Krieg: bestenfalls Verebben der Kampfhandlungen

Kritik

Der Begriff der Kriege neuer Art bzw. neuer Kriege ist nicht unumstritten. Kritiker sehen sich durch Rückgriffe auf die vormorderne Kriegsführung bestätigt.

Quellen

  1. Duden - Politik Gymnasiale Oberstufe, Rytlewiski, Wuttke, u.a, Duden PAETEC GmbH, Berlin, S. 351
  2. Ebenda, S. 352
  3. Ebenda, S. 353-354
  4. Rainer Tetzlaff,Cord Jakobeit. Das nachkoloniale Afrika: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. VS. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2005. S. 109
  5. Philipps-Universität Marburg - Zentrum für Konfliktforschung : Internationalisierte Konflikte

Weblinks

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